Forschung

Laufende Projekte

Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken – Politische Online-Kommunikation und Diskursverhalten im Kontext des Bundestagswahlkampfs 2017

Detaillierte Informationen zum Projekt finden sich hier.

Dieses Projekt führe ich gemeinsam mit Wissenschaftlern/-innen der Universität Göttingen (Institut für Demokratieforschung) und der Universität Heidelberg (Institut für Informatik und Institut für Politische Wissenschaft) durch. Das Projekt wird von der Universität Hildesheim und vom Institut für Demokratieforschung getragen. Es wird zudem durch das ZDF, Abteilung Medienforschung gefördert.

 

Abgeschlossene Projekte

Cyberspace(s) and Netizens – Die Regulation virtueller Räume und die Selbstregulation der Netzbürger zwischen transnationalem Freiheitsversprechen und informationeller Fremdbestimmung, 2014-2016

Bis in jüngste Zeit konnte gelten, dass eine geringe wissenschaftliche Durchdringung des Internets als eines Gegenstands politisch-rechtlicher Regulierung mit einer ebenso geringen gesellschaftlichen Aufmerksamkeit einhergegangen ist. Beides hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Allerdings lässt die internetbezogene sozial-, rechts- und verhaltenswissenschaftliche Forschung immer noch eine substantielle Lücke erkennen. Haben sich auf der einen Seite verschiedene Gestaltungs- und Regulierungsaspekte des Internets unter dem Rubrum Netzpolitik zunächst als Politik- , dann auch als Forschungsfeld durchaus etabliert, finden sich auf der anderen, der Akteursseite mehr und mehr Untersuchungen zu den Nutzungs- und Verhaltensgewohnheiten im Netz. Zwischen diesen Schlaglichtern wissenschaftlicher Betrachtung bleiben die ko-konstitutiven Zusammenhänge von Struktur und Akteur, von Regulation und Selbstregulation jedoch im Dunkeln. Genau hier will das Projekt ansetzen.
Um den Wandel von Zielen, individuellen und kollektiven Praktiken sowie regulativen Strukturen in virtuellen Räumen besser zu verstehen, adressiert das Projekt drei grundlegende Fragen:

  • Wie verändern sich die sozialen und politischen Rollen von Staaten/Regierungen gegenüber anderen Staaten und nichtstaatlichen Akteuren insbesondere ihren Bürgern?
  • Wie wandeln sich das individuelle Selbstverständnis und die Rolle der Netzbürger gegenüber Staat und Unternehmen in virtuellen Räumen?
  • Welche Konfliktlinien werden bei der Regulierung virtueller Räume in und zwischen Gesellschaften erkennbar?

Das Kernprojekt fragt konkret danach, welche Hemmnisse Staaten und andere netzpolitische Akteure der Regulierung des Internets und insbesondere der Transnationalisierung netzpolitischer Governance-Prozesse entgegensetzen. Es wird dabei untersucht, wie aktuell beobachtbare Schließungstendenzen, die sog. Balkanisierung oder Vergrenzung des Netzes, zu erklären sind. Dies geschieht durch eine methodische Kombination aus quantitativen und qualitativen Verfahren der Diskurs- und Dispositivforschung. Analysiert werden sowohl Metadaten als auch Inhalte politischer Online-Kommunikation.
In einer weiterführenden Untersuchung soll zudem gezeigt werden, wie die Netzbürger in der Interaktion mit Staat und Unternehmen zwar neue (transnationale) Gestaltungsmöglichkeiten erhalten, aber auch Kontroll- und Regelungsverluste erleiden, so dass veränderte politische Forderungen und soziale Handlungen in eine Balkanisierungs-, Transnationalisierungs- oder Demokratisierungsentwicklung münden.
Über die genannten Punkte hinaus bietet das Projekt vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten und Schnittstellen für weitere Forschungsvorhaben, die aus der interdisziplinären Zusammenarbeit erwachsen mögen. So wird eine Kombination aus politik- und rechtswissenschaftlichen Untersuchungen existierender und sich ausbildender Regulierungsstrukturen und -konflikte mit psychologischen und soziologischen Ansätzen zur Mikrofundierung des sozialen Handelns im Netz angestrebt. Um entsprechende Kooperationen anzustoßen, wird während des Projektzeitraums ein regelmäßiges Kolloquium für alle an dem Projekt Beteiligten sowie Interessierten stattfinden.

Dieses Projekt habe ich gemeinsam mit Prof. Dr. Sebastian Harnisch und Prof. Dr. Ekkehart Reimer (beide Universität Heidelberg) geleitet. Das Projekt wurde im Rahmen der Exzellenzinitiative (Field of Focus 4: Selbstregulation und Regulation: Individuen und Organisationen) gefördert.

 

Cybersicherheit und Rollenwandel – eine rollentheoretische Diskursanalyse der internationalen Internet Governance im Lichte des NSA-Skandals

Die USA haben in den vergangenen Jahrzehnten der Internetentwicklung eine Treuhänderrolle eingenommen. Aus Sicht vieler verbündeter Staaten und Bürger haben sie diese Rolle im Zuge der Terrorabwehr missbräuchlich erweitert. Die leitende Hypothese des Projekts ist, dass es daher zu einer Transformation der Treuhänderrolle der USA in der Internet Governance kommt, die durch den Verlust des Vertrauens der internationalen Gefolgschaft vorangetrieben wird. Zu ihrer Überprüfung wird eine rollentheoretische Diskursanalyse (RDA) angewandt. Die RDA führt zwei an der Heidelberger Universität interdisziplinär stark vertretene Forschungsansätze zusammen. Das Projekt untersucht den für die jüngere Zeit angenommenen Rollenwandel der USA in den entsprechenden internationalen Verhandlungen. Konkret lassen die Befunde des Projekts neue Erkenntnisse in der außenpolitischen Rollentheorie (Rollentransformation, Bedeutung von Vertrauen), der Diskursanalyse (interaktionistische Erklärungen für Akteursverhalten) sowie für die aktuelle gesellschaftspolitische Debatte (Freiheit vs. Sicherheit im Internet) erwarten.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wird ein Set von quantitativen und qualitativen Instrumenten für eine rollentheoretische Diskursanalyse (RDA) entwickelt und getestet. Im Untersuchungsprozess geht eine korpuslinguistische Analyse, die der empirischen Exploration dienen und für rollentheoretische Erklärungen relevante Zusammenhänge aufzeigen soll, einer wissenssoziologischen Diskursanalyse ausgewählter Korpuselemente voraus. Als Daten für die zu bildenden Datenkorpora sind zum einen die relevanten Regierungsdokumente (Strategiepapiere, Presseerklärungen, Verhandlungsprotokolle) der US-amerikanischen Exekutive systematisch für die softwaregestützte Analyse zusammenzutragen. Zum anderen gelten uns die verbündeten Staaten Deutschland und Großbritannien rollentheoretisch als ‚Signifikante Andere‘, die sich voneinander im Hinblick auf politische Strukturen und Prozesse in der Cybersicherheit unterscheiden und die gerade hinsichtlich der enthüllten US-Geheimdienstaktivitäten unterschiedliche Gegenrollen einnehmen. Für die beiden Länder sind entsprechende Korpora zu erstellen.

Dieses Projekt habe ich gemeinsam mit Prof. Dr. Sebastian Harnisch (Universität Heidelberg) geleitet. Das Projekt wird im Rahmen der Exzellenzinitiative (Innovationsfonds FRONTIER) gefördert.

Das Non, Nee, No der Subversiven Souveräne. Vergleichende Diskursanalyse der Referenden über den EU-Verfassungs- bzw. Reformvertrag in Frenkreich, den Niederlanden und Irland (Promotionsprojekt)
2008-2012

[zur Dissertation]

E-Government in Rheinland-Pfalz und seinen Partnerregionen, 2010-2012
E-Government-Strukturen in internationalen Partnerschaften, 2008-2009

 

 

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